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Wednesday, 20. January 2016 - 12:30
ZIKA Virus in Mittel- und Südamerika

Seit etwa Mitte 2015 breitet sich in Mittel- und Südamerika rasant eine durch Stechmücken übertragene Flavirurserkrankung aus, das ZIKA Virus. An sich handelt es sich um eine harmlose Erkrankung, die für den Menschen praktisch nie bedrohlich wird. Die Hauptsymptome sind Fieber, Muskel- und Gliederschmerzen und Hautausschläge. Die Erkrankung dauert üblicherweise wenige Tage und zeigt keine Spätfolgen. Daher stellt diese Erkrankung auch keinerlei Hindernis für Reisen an sich in die betroffenen Verbreitungsgebiete dar.

Allerdings scheint diese Infektion für eine Personengruppe doch gefährlich: Für Schwangere. Es häufen sich Hinweise darauf, dass bei Infektionen in der Schwangerschaft (vor allem im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel) die Gefahr für schwere Kindesmissbildungen (Mikrozephalie, Schädelfehlbildung mit neurologischen Schäden) deutlich erhöht wird. So meldet Brasilien seit der Ausbreitung des Virus auf seinem Staatsgebiet eine rund zwanzigfache Zunahme dieser sonst eher seltenen Kindesmissbildung. Auch wenn der letzte Beweis für einen Zusammenhang noch fehlt, sind die vorhandenen Indizien sicher geeignet, Schwangeren von Reisen in Gebiete mit ZIKA-Virus Vorkommen derzeit abzuraten.

Wenn sich eine Reise nicht vermeiden lässt, sollte möglichst lückenloser Mückenschutz (Repellents, Kleiderimprägnierung) auch tagsüber betrieben werden, da die Überträgermücken tagaktiv sind.